TESTEN: GIN Marabou

Komplette Neuerscheinungen sind für unsere Tester immer aufregend – und dieses Jahr gab es ziemlich viele davon. Taucht dann plötzlich ein völlig neues, noch nie dagewesenes Kitekonzept auf, wird’s noch spannender. So wie beim GIN Marabou. Eines war gleich klar: Ein Tubekite ist das nicht. Aber auch kein Foil- oder Single-Skin-Kite. Sondern eher ein Hybrid – genauer gesagt ein Single-Surface-Kite mit Closed-Cell-Konstruktion an der Leading Edge. Die Vorzüge von Single-Skin-Kites sind offensichtlich – sie sind leicht, sehr effizient und passen locker in die kleinste Tasche. Leider haben sie für uns Kiter auch Nachteile: Sie sinken. Definitiv ein Problem. Die Lösung von GIN: Eine Leading Edge in Double-Skin-Konstruktion. Ein anspruchsvolles Konzept, dessen Vorteile jedoch klar auf der Hand liegen. Der Marabou verfügt über Kammern an der Vorderkante und ein Wasserauslaufsystem an den Wingtips. Getestet haben wir ihn in 4 und 9 m2, unter anderem zu Schulungszwecken unserer jüngeren (achtjährigen) Teammitglieder. Perfekte Voraussetzungen, um verschiedenste Bedingungen, Skills und Windranges abzudecken! Nicht zu übersehen ist das bescheidene Packmaß – in einem standardmäßigen 9-m2-Bag finden vier bis fünf 9er-Marabous Platz. Auch das stabile Flugverhalten überzeugt sofort. Vor allem der 4er steht selbst bei wenig Wind (unter zehn Knoten) felsenfest im Zenit und bewegt sich nur durch Windbewegungen leicht hin und her. Das perfekte Setup, unseren jüngsten Tester an größere Kites zu gewöhnen!

Auf dem Wasser liefert der 9er – sofern man Tubekites gewohnt ist – eine völlig neue Erfahrung. Die Kraftentfaltung erfolgt unmittelbar, lässt sich aber durch simples Wegschieben der Bar sofort stoppen. Man fühlt sich mit dem Marabou einfach einzigartig verbunden. Auch seine Drehgeschwindigkeit überrascht, da er schneller und enger dreht, als man von einem Double-Skin-Foilkite erwarten würde – hier kommt quasi das Beste aus beiden Welten, Matte und Tube, in einem Kite zusammen. Wir sind beide Größen auch im oberen Windbereich geflogen, wo die Hinterkante etwas zu flattern beginnt, was Performance bzw. Kontrollierbarkeit jedoch nicht beeinflusst. Im Test kam der Marabou vorwiegend beim Foilen zum Einsatz, wir sind aber sicher, dass er auch beim Freeriden mit Twintip oder gar in der Welle Spaß macht. Die Millionenfrage zum Schluss: Haben wir ihn aufs Wasser gelegt – und hat der Relaunch funktioniert? Die Antwort: Ein klares JA.

Kurz gesagt: Immer wieder großartig, innovative Kreationen auf dem Markt auftauchen zu sehen – und schwer vorzustellen, wie viel Forschung- und Entwicklungsarbeit in solchen Produkten steckt. Umso besser, wenn sie dann so großartig funktionieren!

Photos:

  1. Rider: Jérome Josserand, Photo: Toast Production 2019, Location: Lake Neuchatel, Switzerland
  2. Rider: Sébastien Saugy, Photo: Coralie Reverdin, Location: Playa de Santa Comba, Portugal
  3. Riders: Torsten Greber and Jérome Josserand, Photo: Toast Production 2019, Location: Lake Neuchatel, Switzerland
190803 TKM 33 GIN - GIN Marabou

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