TESTEN: Flysurfer SOUL

Während des Foil-Booms der letzten Jahre ist immer mehr Kitern klargeworden, dass man mit Tubekites beim Lowend an Grenzen stößt. Unter zehn Knoten kann man damit schon mal verzweifeln – und da kommen die Matten ins Spiel. Unter den derzeit trendigen Performance-Foilkites mit easy Handling ist der SOUL wohl der ausgereifteste Vertreter. Aus praktischer Sicht sind die Bridles einer High-Performance-Matte auch nicht unkomplizierter als die eines “normalen” Foilkites – ums Lesen der Manuals bzw. um YouTube-Tutorials kommt man wohl nicht herum. Wenn man das Aus- bzw. Zusammenpacken aber einmal drauf hat, geht alles wesentlich schneller als mit einem Tubekite. Ein schneller Check auf Seegras oder verhedderte Bridles vor dem Start, etwas Luft reinlassen und los geht’s! Verglichen mit anderen Foilkites auf dem Markt dauert es beim SOUL etwas länger, bis die Kammern sich vollkommen mit Luft gefüllt haben. Das bedeutet aber auch, dass die Luft nicht so schnell entweicht, sollte man ihn einmal droppen. Was wir natürlich auch in der Praxis getestet haben – und es stimmt: Versenken lässt sich der SOUL nur schwer. Für eine Matte hält er seinen Shape extrem gut und startet auch rückwärts reibungslos. Hinsichtlich der Konstruktion haben Flysurfer hier ein anspruchsvolles Stück Ingenieursarbeit vorgelegt – man muss sich vorstellen, wie viele Stunden es dauert, aus all diese Zellen und Kammern einen geschwungenen Flügel zu kreieren. Hält man sich die Entwicklungsarbeit und die hochwertigen Materialien vor Augen, überrascht auch der stolze Preis nicht mehr.

Auf dem Wasser überzeugt der SOUL mit extrem gutem Lowend. Bei einer Sechs-Knoten-Session haben wir ihn zusammen mit einem Foil mit recht großer Oberfläche getestet und waren beeindruckt von seiner verlässlichen, unglaublich smoothen Kraftübertragung und immensen Stabilität. Das Tuch ist so leicht, dass – selbst wenn der Wind unter foilbare Werte fällt – der Kite immer noch geduldig fliegt und man in Ruhe heim waten kann. Natürlich ist der Turning-Speed eines 15er-Foilkites nicht vergleichbar mit dem eines Tubekites – trotzdem macht sich der SOUL in dieser Disziplin erstaunlich gut. Wir sind ihn mit 20-Meter-Leinen geflogen, für schnelleres Drehverhalten beim Foilen empfiehlt der Hersteller Leinen mit 12 bis 17 Meter Länge. Kombiniert mit Twintip und etwas mehr Wind bietet der SOUL jede Menge Power und ein Gefühl, als würde man schweben – wir würden es als “Kitesurfen in Slow-Motion” beschreiben. Auch auf Schnee haben wir den SOUL getestet – hier sticht sein Lowend (bei korrektem Handling) noch mehr heraus. Das einfache Handling macht den Umstieg von Tube- zu Foilkite kinderleicht.

Kurz gesagt: Zum Hydrofoilen bei schwachem Wind derzeit unser Maß der Dinge.

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